Riboflavin
Verwendung und Produktion von Riboflavin
Riboflavin gehört zu den Vitaminen, die häufig Getreideprodukten
zugesetzt werden, um herstellungsbedingte Verluste zu kompensieren.
Es wird außerdem zur Anreicherung von Getränken, Cerealien
und diätetischen Lebensmitteln verwendet.
In anderen technologischen Bereichen wird Riboflavin zur Färbung von Lebensmitteln
(z.B. in Dessertprodukten oder in Getränkepulvern) verwendet.
Riboflavin ist hitzestabil, d.h. es wird durch den üblichen
Kochprozeß nicht ohne weiteres zerstört. Riboflavin
ist jedoch extrem lichtempfindlich. D.h., unter Lichteinwirkung
(z.B. helles Tageslicht oder Sonnenlicht) können bis zu 50%
des Vitamins verlorengehen. Riboflavin kann auch durch Alkali zerstört
werden und gewisse Verluste können sich durch Auslaugen ins
Kochwasser ergeben. Auch das Sterilisieren der Lebensmittel mittels
Bestrahlen oder Behandeln mit Ethylenoxid kann zur Zerstörung
des Riboflavins führen. Verluste bei sachgemäßer
Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln liegen in der Größenordnung
von 20%.
Riboflavin bildet in reiner Form orangegelbe, geruchlose Kristalle. In reinem
Wasser ist es schwer löslich, leichter kann es in einer Natriumchloridlösung
gelöst werden.
Aufgrund seiner gelben Farbe wird Riboflavin teilweise auch Medikamenten
oder Infusionslösungen als Marker beigegeben (-> eine starke
Gelbfärbung des Urins zeigt dem Arzt an, dass das Medikament
eingenommen wurde, die Gelbfärbung der Infusionslösung
läßt erkennen, dass das betreffende Medikament zugesetzt
wurde.)
Industrielle Produktion
Riboflavin kann entweder chemisch oder über Fermentationsprozesse
(=durch Bakterien und Enzyme verursachter Prozeß der chemischen
Wandlung) gewonnen werden. Die heutige chemische Gewinnung stellt
eine verfeinerte Methode des von Kuhn und Karrer 1934 entwickelten
Verfahrens, wobei O-Xylol, D-Ribose und Alloxan als Ausgangssubstanzen
verwendet wurden, dar. Bei der kommerziellen Synthetisierung des
Riboflavins werden verschiedene Bakterien und Pilze eingesetzt,
wobei kostengünstige natürliche Materialien und industrielle
Reststoffe als Nährmedium verwendet werden.
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