Interferone
Gentechnische Herstellung
Folgender Weg wurde, kurzgefasst, eingeschlagen um Interferon in großen
Mengen herzustellen. Da eukaryonte Gene aus Introns (nicht-codierende
Sequenzen) und Exons (codierende Sequenzen) bestehen, Bakterien aber
nicht spleißen können, wenden die Forscher einen Trick an,
um ein Gen, das nur aus den codierenden Sequenzen besteht, zu erhalten.
Von der gespleißten mRNA, einer mRNA ohne die Intron-Sequenzen,
wird mit dem Enzym Reverse Transkriptase eine komplementäre Kopie,
die cDNA, hergestellt. Diese DNA-Sequenz enthält die codierenden
Sequenzen ohne Intron-Unterbrechung für das Interferon. Für
das Klonieren wird das Interferon-Gen mit einem Restriktionsenzym,
das Sticky ends lie-fert, geschnitten. Das Plasmid, das als Vektor
dienen soll, wird entsprechend behandelt. Nun sind am Interferon-Gen
und am Plasmid „sticky ends“ entstanden.
Die „sticky ends“ beider DNA-Stränge lagern sich zusammen da
ihre Endsequenzen komplementär sind. Durch das Enzym Ligase kommt dann,
im Reagenzglas der „Ringschluss“ ,die kovalente Verknüpfung,
zustande . Das Interferon-Gen ist somit in das Plasmid eingeschleust. Nun kann
E. coli mit diesem neuen Plasmid transformiert werden. Erst nachdem die Bakterien über
das mit dem Plasmid eingeschleusste Markergen (Antibiotikaresistenz) selektiert
wurden und der Interferon-Aktivitäts-Test zufriedenstellend ist kann zur
Produktion im Fermenter übergegangen werden.
Ohne die gentechnische Herstellung wäre Interferon nur wenigen Patienten
zugänglich gewesen, da durch herkömmliche Isolation aus menschlichen
Blutzellen für 400 mg Interferon 50 000 l Blut aufzubereiten waren.

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